Der zweite Film sei immer der schlechteste, sagt Kind. Bei Ich – Einfach unverbesserlich sei es so gewesen, bei Transformers und und und

Gespannt, ob das auch für den Lego Movie 2 gilt, gingen wir Sonntag Nachmittag, drei Tage nach Filmstart, ins Kino. Der Andrang war mit 10 weiteren Zuschauern überschaubar.

Inhaltlich holt der Film seine Zuschauer sorgfältig ab: Wir werden erinnert, dass am Ende von Lego Movie 1 die kleine Schwester des Helden hinter den Legofiguren fortan auch in Papas Hobbykeller spielen durfte – mit ihrem Duplo. Also fällt zu Beginn vom Lego Movie II eine Horde bunter Duplo-Figuren über die Steinstadt von Emmet und Lucy her. Ein kurzer Streit zwischen Lego und Duplo, ein paar Missverständnisse – und wutentbrannt zerstören die Duplos die komplette Steinstadt.

So landen die Minifiguren in einer Mad-Max-artigen Apocalypseburg und werden fortan von bunten Fantasiesteinchen überfallen, gejagt und bedrängt. Als Lucy entführt wird, rückt Emmet aus, sie zu retten. Zu ihm gesellt sich der grimmige Antiheld Rex, der sich vornimmt, Emmet „erwachsen“ zu machen.

Eine abenteuerliche Heldenreise nimmt ihren Lauf. Inszeniert ist sie als Kulturkampf – Lego gegen Duplo, Bruder gegen Schwester und Teenager gegen Kind. Es geht schrill und schräg zu, mit Discomusik und überdrehten Superhelden, in Welten, die selbst für Legofiguren oft irreal scheinen. Durchhalten lohnt sich, denn am Ende wartet ein schöner Twist.

Das hat uns am Lego Movie 2 gefallen:

Die Umsetzung: Der Film spielt mit seinem eigenen Genre, durchbricht regelmäßig die perfekte Animation, streut Figuren und Modelle in der realen Welt ein und sorgt damit für witzige kleine Überraschungen. Ein Raumschiff fliegt durchs All und wird plötzlich als Legomodell an dünnem Faden vor einer Leinwand bewegt. Figuren hüpfen wie von unsichtbarer Hand geführt, ohne die typischen Beinbewegungen der Animation. Eine Figur fällt aus dem Film, rollt unter einen Schrank und gerät dort in Vergessenheit.

Der Held: Emmet ist noch immer liebenswert naiv und unbeirrbar optimistisch. In der Wüste erschafft er sich und seiner geliebten Lucy ein buntes Traumhäuschen, das sich in eine Fluchtrakete verwandeln lässt, und beschert uns damit eines der schönsten Sets zum Film. Sein Alter Ego Rex wurde spontan zum Lieblingsheld unseres Sohnes.

Der Spaßfaktor: Viele kleine Gags sind unaufdringlich eingestreut, dazu Zitate aus Filmen von Truman Show bis Zurück in die Zukunft. Es gibt Charaktere mit unterhaltsamen Macken, wie der selbstverliebte Batman und sein Dauerclinch mit Superman. Und es gibt viel kleines fantasievolles und wandelbares Zubehör, wie Emmets Tripledecker-Couch und Dreirad.

Das hat uns nicht so gefallen:

Die vielen Extras: Eigentlich ist die Story einfach gestrickt. Aber oft ist sie so schrill und schräg verpackt, dass ich den Faden verloren habe. Kaum wird es spannend, sorgt ein Gag oder ein Discobeat für Ablenkung. Und lauter bunte Figuren, die auffallen, aber keine Rolle spielen. Mal glotzt eine Riesengiraffe, mal stakst eine Banane durchs Bild, dann fliegen wieder grinsende Glitterherzchen. Das ist Geschmackssache – für mich hätten weniger Extras der Story zu mehr Geltung verholfen.

Friends: Ja, die Lego Friends Serie ist wohl erfolgreich. Schön, dass Lego es damit geschafft hat, mehr Mädchen zum Bauen zu bringen. Aber dass es weiterhin Mädchen- und Jungs-Welten gibt und die Figuren der Welten so ganz verschieden sind (und im echten Leben nicht kompatibel), behagt mir nicht. Dass im Film Mädchen-Sets gegen Jungs-Sets antreten, fand ich nervig – aber immerhin verbindet und versöhnt der Film die beiden Welten.

Unser Fazit:

Kind fand den Film mindestens so gut wie Lego Movie 1, vielleicht sogar besser. Wir Großen fanden ihn so lala – etwas zu wirr und schrill. Im Rückblick gefällt mir vieles immer besser und vielleicht gehe ich sogar nochmals rein. Gesamturteil: Reingehen, ansehen!